Symposium "PFLEGENDE ANGEHÖRIGE - Wege zur Gesundheit" 16.04.2012, Klagenfurt

  • Mittwoch, 25 April 2012 12:08
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Pflegende Angehörige hatten das Wort beim Symposium „PFLEGENDE ANGEHÖRIGE – Wege zur Gesundheit durch Zusammenarbeit" am 16. April 2012 von 10.00 – 15.30 im Kärntner Landesarchiv in Klagenfurt.
Mehr als 220 am Thema „Pflegende Angehörige" interessierte Betroffene und ProfessionistInnen besuchten diese brandaktuelle Veranstaltung und erarbeiteten in Gruppen Wünsche, Einschätzungen und Forderungen, die sie auch anschließend präsentierten. All dies aneinandergereiht, ergab ein langes Wunschband und bildete die Basis für die anschließende Podiumsdiskussion.

Am Podium saßen:

Maria Hoppe, Österreichisches Institut für Validation
Dr. Peter Kaiser, Gesundheitsreferent des Landes Kärnten
Dr. Peter Kostelka, Volksanwalt
Birgit Meinhard-Schiebel, Präsidentin der IG Pflege
Mag. Dr. Viktor Omelko, Caritasdirektor Kärnten
Mag. Christian Ragger, Soziallandesrat Kärnten
Maga Birgit Ruprecht-Komann, Vertretungsnetz Sachwalterschaft Kärnten

Durch die Veranstaltung führte die Moderatorin Sieglinde Trannacher.

Viele berührende Statements von pflegenden Angehörigen, u.a.:
Mutter einer mehrfach behinderten jungen Erwachsenen. Enkel einer an Demenz erkrankten Oma sowie einer Mutter die bereits seit 40 Jahren ihren psychisch kranken Sohn betreut, standen im Mittelpunkt.

Berichtet wurde von Birgit Meinhard-Schiebel, Präsidentin der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger, dass es geschätzte 20.000 Jugendliche und Kinder (4 bis 18 Jahre) in Österreich gibt, welche unbemerkt und alleine gelassen ihre Eltern während einer schweren Krebserkrankung pflegen oder für sie sorgen, wenn sie an einer Alkohol- oder Drogensucht leiden.

Die Öffentichkeit kann an diesem Thema nicht mehr vorbeischauen. Es bedarf umfangreicher Maßnahmen.
Angeregt wurde, dieser eine Million umfassenden Personengruppe in Österreich, die ihre Mitmenschen pflegen, eine Stimme zu geben und ihnen in den öffentlichen Medien einen fixen Platz einzuräumen.

Das Österreichische Institut für Validation (Projektleitung Maria Hoppe) setzt mit dieser Veranstaltung einen weiteren wichtigen Schritt zur Sensibilisierung für dieses notwendige und uns alle betreffendes Thema.

Kontakt/Nähere Informationen

Maria Hoppe
Projektleitung
Österreichisches Institut für Validation
Tel: +43-664-1817654
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
www.leben-mit-alzheimerkranken.at

Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger:
www.ig-pflee.at

Unsere Motivation zur Initiierung des Symposiums

PFLEGENDE ANGEHÖRIGE – wegschauen hilft nicht.

Derzeit gibt es in Österreich 420.000 Pflegegeldbezieher, davon leben rund 350.000 zu Hause und werden größtenteils von Familienmitgliedern und Freunden gepflegt und betreut. Dazu kommen noch ca. 20.000 Kinder zwischen 5 - 18 Jahren, die daheim unerkannt und unbekannt ihre Eltern betreuen.

Pflegende Angehörige tragen als größter privater Pflegedienst Österreichs einen Großteil zur Betreuung und Unterstützung bei. Ihre Leistung aber wird weder von der Gesellschaft noch von der Politik anerkannt und wertgeschätzt.

Grund genug, ihnen eine Stimme zu geben und für sie und mit ihnen in die Öffentlichkeit zu gehen, um ihre Anliegen zu vertreten. Wichtige Forderungen an die Politik müssen verhindern, dass pflegende Angehörige und ihre betroffenen Familienmitglieder von Sparmaßnahmen und Reformen weiterhin benachteiligt werden. Ohne ihre oft Rund-um-die-Uhr-Pflege im Wert von ca. 4 Milliarden Euro pro Jahr würde das soziale System zusammenbrechen.

Diese und weitere Gründe veranlassten das Österreichische Institut für Validation in Kooperation mit der Interessengemeinschaft pflegender Angehöriger das Themenfeld PFLEGENDE ANGEHÖRIGE durch drei Veranstaltungen
(2 Filmvorführungen von "Mehr als ich kann" und das Symposium) verstärkt ins Gespräch zu bringen.

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